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„Weiter so“ gibt es nach Pfannenstiel nicht mehr

Der Schweizer Fussball, aber auch alle anderen Fußballvereine der Welt, folgen seit Jahrzehnten bestimmten Regeln. Sie sind ein fester Teil, wobei nicht nur die Rede von den eigentlichen Spielregeln ist. Wir sprechen auch von dem drumherum, was nun Sportvorstand Lutz Pfannenstiel vom Bundesligisten Fortuna Düsseldorf sauer aufstößt. Er fordert ein Umdenken in allen Bereichen des Fußballs. Vor allem die Coronakrise sieht er dabei als einen Weckruf.

Pfannenstiel sagte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Das gesamte Geschäft muss hinterfragt werden. Ein einfaches „Weiter so“ kann und darf es in dieser Form nicht geben.“ Zusätzlich erzählt er: „Wir brauchen im Fußball mehr Nachhaltigkeit, Bodenständigkeit und allem voran Demut.“ Ein besonderer Dorn im Auge ist dem Sportvorstand die „Mond-Beträge“ der Spieler. Er fordert, dass die Gehälter schrumpfen und auf ein gesundes Normalmaß sinken. Dafür gibt es auch einen Grund: „Diese gigantischen Summen werden von der Gesellschaft kritisch beäugt und das zurecht. Das hat zu einer Entfremdung des Fußballs geführt.“

Die Corona-Krise sieht der ehemalige Türhüter dabei als eine Chance, um für eine Normalisierung im Fußball zu sorgen. Immerhin kam es während der Coronazeit zu zahlreichen Änderungen, auch hinsichtlich der Gehälter der Spieler. Pfannenstiel dazu: „Ich kann nur hoffen, dass es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt. Meine Befürchtung ist, dass die Summen irgendwann ins Unermessliche steigen.“ Der Experte betont aber auch, dass sich das Verhalten aller Beteiligten in der Öffentlichkeit verändern muss. Schon das Fundament des Fußballs muss stabil und gesund sein, da es ansonsten wie eine Seifenblase zu zerplatzen droht. Dazu gehört eine gewisse Außendarstellung nach Pfannenstiel.

Nach zahlreichen Gesprächen ist sich Pfannenstiel aber nicht mehr sicher, ob alle den ernst der Lage verstanden haben: „Es war wie ein wirkungsvoller Schuss vor den Bug. Alle haben gemerkt, dass auch der große Profi-Fußball, welcher eigentlich immer als Königsdisziplin galt, anfangen kann zu bröckeln. Dabei sollten wir eines nicht vergessen: Es kann vom einen auf den anderen Moment in eine andere Richtung gehen.“ Ob es zu einem Umdenken im Profi-Fußball kommt, ist wohl abzuwarten. Jedoch wird es Pfannenstiel schwer haben, gegen all die Personen anzukommen, die nur das große Geld beim Spiel sehen, statt den Sport an sich.

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